Wie läuft eine nuklearmedizinische Untersuchung
ab?
Zunächst Empfang des Patienten/der Patientin durch
eine Helferin der nuklearmedizinischen Abteilung, die
die Untersuchung vorbereitet und schon viele Fragen beantworten
kann.
Danach folgt ein Aufklärungsgespräch mit dem
behandelnden Arzt, der sich davon überzeugt, dass
die geplante Untersuchung sinnvoll ist, und der den Untersuchungsablauf
genau festlegt.
Letzte Vorbereitungen werden anschließend getroffen,
beispielsweise Blasenentleerung vor Untersuchungsbeginn.
Metallteile wie Gürtel, Uhren, Schmuck, Geldbörse
in der Hosentasche etc. müssen vor der Untersuchung
abgelegt werden.
Es ist in der Regel nicht erforderlich, die Kleidung abzulegen.
Nun erfolgt in der Regel die Applikation (Verabreichung)
des Radiopharmakons, meist als Injektion in eine Armvene.
Für bestimmte Untersuchungen wird die radioaktive
Substanz einge-atmet, manchmal auch unter die Haut gespritzt.
Bei bestimmten Schilddrüsenuntersuchungen wird eine
Kapsel mit radioaktivem Jod geschluckt.
Danach erfolgen jeweils die Aufnahmen an der Gammakamera.
Meistens werden diese Aufnahmen im Liegen angefertigt.
Schilddrüsenszintigramme erfolgen im Sitzen.
Da verschiedene Stoffwechselvorgänge mit ganz unterschiedlicher
Geschwindigkeit ablaufen, kann die Zeit, die zwischen
dem Verabreichen des Radiopharmakons und dem Beginn der
szintigraphischen Aufnahmen verstreichen muss, zwischen
wenigen Minuten, mehreren Stunden oder sogar mehreren
Tagen variieren.
Auch die Dauer der Aufnahmen, das heißt die Zeit,
die der Patient an der Gammakamera verbringen muss, variiert
zwischen wenigen Minuten bis in einigen Fällen sogar
mehr als 1 Stunde.
Es ist erforderlich, dass Sie während dieser Messungen
völlig ruhig in der eingestellten Position liegen
oder sitzen. Sollten Sie an einer schmerzhaften Erkrankung
(z.B. der Knochen und Gelenke) leiden, sagen Sie uns vor
den Messungen Bescheid.
Wir werden versuchen, Ihnen durch möglichst bequeme
Lagerung und evtl. Aufnahmepausen die Untersuchung so
angenehm wie möglich zu machen.
Die Messungen werden in der Regel mit einem Computer ausgewertet.
Nach Abschluss der Untersuchung folgt ein weiteres Arztgespräch,
wobei Ihnen in den meisten Fällen bereits ein vorläufiger
Befund mitgeteilt werden kann.
Ein ausführlicher Befundbericht geht, häufig
mit den szintigraphischen Aufnahmen, in schriftlicher
Form an den überweisenden Arzt.
Unsere Mitarbeiter in der nuklear-medizinischen Abteilung
werden Ihnen alle Besonderheiten der Untersuchungen im
Detail erläutern.
Ist eine nuklearmedizinische Untersuchung gefährlich
oder schmerzhaft?
Die Untersuchungen, die wir durchführen, sind nicht
schmerzhaft.
Die Verabreichung einer radioaktiven Substanz über
eine Armvene ist vergleichbar mit einer Blutentnahme,
wie Sie sie kennen.
Überempfindlichkeitsreaktionen treten wegen der sehr
geringen Menge der verabreichten radioaktiven Substanzen
so gut wie nie auf, auch wenn eine Allergie gegen Jod,
Kontrastmittel, Medikamente oder andere Stoffe vorliegt.
Es kann lediglich in seltenen Fällen zu allergischen
Reaktionen kommen, wenn eiweißhaltige Mittel eingesetzt
werden. Dafür halten wir gegebenenfalls entsprechende
Gegenmittel bereit.
Die Strahlung, die von einem Patienten nach der Untersuchung
ausgeht, ist so gering, dass sie keine Gefahr für
die Mitmenschen darstellt. Nur in besonderen Fällen,
z.B. gegenüber Schwangeren und Kleinkindern, sind
manchmal Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, über
die wir Sie ggfs. genauer informieren.
Bei schwangeren und stillenden Frauen sollten nuklearmedizinische
Untersuchungen ebenso wie Röntgenuntersuchungen nach
Möglichkeit gar nicht bzw. nur zur Abwendung lebensbedrohlicher
Zustände durchgeführt werden.
Wie hoch ist die Strahlenexposition bei nuklearmedizinischen
Untersuchungen?
Die Strahlenbelastung nuklearmedizinischer Untersuchungen
konnte in den letzten Jahren immer weiter reduziert werden.
Einerseits durch die Entwicklung von Radiopharmaka mit
immer kurzlebigeren Markierungsnukliden (Radioisotopen),
andererseits durch ständige Verbesserung der Gerätetechnik
mit immer hochauflösenderen und empfindlicheren Gammakamerasystemen.
Für nuklearmedizinische Untersuchungen wird jeweils
die kleinste mögliche Aktivität (Menge) der
benötigten radioaktiven Substanz eingesetzt. Nuklearmedizinische
Untersuchungen sind deshalb bei bestimmten Fragestellungen
auch bei Kindern durchführbar und in vielen Fällen
Röntgenuntersuchungen vorzuziehen. Die verabreichte
Aktivität des Radiopharmakons wird dem Alter und
Körpergewicht des Kindes entsprechend im Vergleich
zur Erwachsenendosis reduziert.
Nuklearmedizinische Therapie
Bei der nuklearmedizinischen Therapie gelangt ein Radiopharmakon,
genau wie bei der Diagnostik, direkt in die krankhaften
Zellen und zerstört sie durch die radioaktive Strahlung.
Diese Art der inneren Strahlentherapie" kann
äußerst gezielt erfolgen, da die therapeutisch
wirksame Strahlung im Zielgewebe eine Reichweite von nur
wenigen Millimetern hat, so dass benachbarte gesunde Gewebe
geschont werden.
In unserer Praxis werden Radiosynoviorthesen sowie palliative
Schmerztherapien bei Vorliegen von Skelettmetastasen durchgeführt
sowie in Einzelfällen weitere spezielle Behandlungsverfahren.