Institut für Radiologie & Nuklearmedizin Bremerhaven
 
Nuklearmedizin Navigation
Vorbereitung
Untersuchung
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Wie läuft eine nuklearmedizinische Untersuchung ab?

Zunächst Empfang des Patienten/der Patientin durch eine Helferin der nuklearmedizinischen Abteilung, die die Untersuchung vorbereitet und schon viele Fragen beantworten kann.
Danach folgt ein Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt, der sich davon überzeugt, dass die geplante Untersuchung sinnvoll ist, und der den Untersuchungsablauf genau festlegt.
Letzte Vorbereitungen werden anschließend getroffen, beispielsweise Blasenentleerung vor Untersuchungsbeginn.
Metallteile wie Gürtel, Uhren, Schmuck, Geldbörse in der Hosentasche etc. müssen vor der Untersuchung abgelegt werden.

Es ist in der Regel nicht erforderlich, die Kleidung abzulegen.
Nun erfolgt in der Regel die Applikation (Verabreichung) des Radiopharmakons, meist als Injektion in eine Armvene.
Für bestimmte Untersuchungen wird die radioaktive Substanz einge-atmet, manchmal auch unter die Haut gespritzt. Bei bestimmten Schilddrüsenuntersuchungen wird eine Kapsel mit radioaktivem Jod geschluckt.

Danach erfolgen jeweils die Aufnahmen an der Gammakamera. Meistens werden diese Aufnahmen im Liegen angefertigt. Schilddrüsenszintigramme erfolgen im Sitzen.
Da verschiedene Stoffwechselvorgänge mit ganz unterschiedlicher Geschwindigkeit ablaufen, kann die Zeit, die zwischen dem Verabreichen des Radiopharmakons und dem Beginn der szintigraphischen Aufnahmen verstreichen muss, zwischen wenigen Minuten, mehreren Stunden oder sogar mehreren Tagen variieren.

Auch die Dauer der Aufnahmen, das heißt die Zeit, die der Patient an der Gammakamera verbringen muss, variiert zwischen wenigen Minuten bis in einigen Fällen sogar mehr als 1 Stunde.
Es ist erforderlich, dass Sie während dieser Messungen völlig ruhig in der eingestellten Position liegen oder sitzen. Sollten Sie an einer schmerzhaften Erkrankung (z.B. der Knochen und Gelenke) leiden, sagen Sie uns vor den Messungen Bescheid.
Wir werden versuchen, Ihnen durch möglichst bequeme Lagerung und evtl. Aufnahmepausen die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen.

Die Messungen werden in der Regel mit einem Computer ausgewertet. Nach Abschluss der Untersuchung folgt ein weiteres Arztgespräch, wobei Ihnen in den meisten Fällen bereits ein vorläufiger Befund mitgeteilt werden kann.
Ein ausführlicher Befundbericht geht, häufig mit den szintigraphischen Aufnahmen, in schriftlicher Form an den überweisenden Arzt.

Unsere Mitarbeiter in der nuklear-medizinischen Abteilung werden Ihnen alle Besonderheiten der Untersuchungen im Detail erläutern.

Ist eine nuklearmedizinische Untersuchung gefährlich oder schmerzhaft?

Die Untersuchungen, die wir durchführen, sind nicht schmerzhaft.
Die Verabreichung einer radioaktiven Substanz über eine Armvene ist vergleichbar mit einer Blutentnahme, wie Sie sie kennen.
Überempfindlichkeitsreaktionen treten wegen der sehr geringen Menge der verabreichten radioaktiven Substanzen so gut wie nie auf, auch wenn eine Allergie gegen Jod, Kontrastmittel, Medikamente oder andere Stoffe vorliegt. Es kann lediglich in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen, wenn eiweißhaltige Mittel eingesetzt werden. Dafür halten wir gegebenenfalls entsprechende Gegenmittel bereit.

Die Strahlung, die von einem Patienten nach der Untersuchung ausgeht, ist so gering, dass sie keine Gefahr für die Mitmenschen darstellt. Nur in besonderen Fällen, z.B. gegenüber Schwangeren und Kleinkindern, sind manchmal Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, über die wir Sie ggfs. genauer informieren.
Bei schwangeren und stillenden Frauen sollten nuklearmedizinische Untersuchungen ebenso wie Röntgenuntersuchungen nach Möglichkeit gar nicht bzw. nur zur Abwendung lebensbedrohlicher Zustände durchgeführt werden.

Wie hoch ist die Strahlenexposition bei nuklearmedizinischen Untersuchungen?

Die Strahlenbelastung nuklearmedizinischer Untersuchungen konnte in den letzten Jahren immer weiter reduziert werden. Einerseits durch die Entwicklung von Radiopharmaka mit immer kurzlebigeren Markierungsnukliden (Radioisotopen), andererseits durch ständige Verbesserung der Gerätetechnik mit immer hochauflösenderen und empfindlicheren Gammakamerasystemen.

Für nuklearmedizinische Untersuchungen wird jeweils die kleinste mögliche Aktivität (Menge) der benötigten radioaktiven Substanz eingesetzt. Nuklearmedizinische Untersuchungen sind deshalb bei bestimmten Fragestellungen auch bei Kindern durchführbar und in vielen Fällen Röntgenuntersuchungen vorzuziehen. Die verabreichte Aktivität des Radiopharmakons wird dem Alter und Körpergewicht des Kindes entsprechend im Vergleich zur Erwachsenendosis reduziert.

Nuklearmedizinische Therapie

Bei der nuklearmedizinischen Therapie gelangt ein Radiopharmakon, genau wie bei der Diagnostik, direkt in die krankhaften Zellen und zerstört sie durch die radioaktive Strahlung.
Diese Art der „inneren Strahlentherapie" kann äußerst gezielt erfolgen, da die therapeutisch wirksame Strahlung im Zielgewebe eine Reichweite von nur wenigen Millimetern hat, so dass benachbarte gesunde Gewebe geschont werden.

In unserer Praxis werden Radiosynoviorthesen sowie palliative Schmerztherapien bei Vorliegen von Skelettmetastasen durchgeführt sowie in Einzelfällen weitere spezielle Behandlungsverfahren.